Die andere Art
von Zeitdieben.
Nett. Aber trotzdem.
Manche Menschen stehlen keine Zeit durch Respektlosigkeit. Sie tun es durch endlose Gespräche — ohne je den Schritt zu wagen, der ihnen wirklich helfen würde.
Es gibt einen Typ Zeitdieb, über den man selten spricht. Nicht weil er harmlos wäre — sondern weil er sympathisch ist. Weil hinter ihm echte Menschen stecken mit echten Bedürfnissen, echten Ängsten und echten Gründen warum sie tun was sie tun.
Trotzdem kostet es Zeit. Und Zeit ist — das schreibe ich hier nicht zum ersten Mal — die einzige Ressource, die ich nicht erneuern kann.
Das Muster das ich kenne —
und das ich erkenne
Es beginnt meistens gleich. Eine Nachricht. Höflich, durchdacht, neugierig. Dann eine weitere. Ein Gespräch entsteht. Manchmal geht es um Fragen zum Ablauf. Manchmal um persönliche Dinge. Was ich denke. Was ich erlebe. Wie das so ist, als Callboy.
Und ich antworte. Weil ich es gerne tue. Weil Kommunikation vor einer Buchung wichtig ist. Weil ich wissen möchte, wer mir schreibt und was diese Person sucht.
Aber dann vergehen Wochen. Monate. Die Nachrichten kommen regelmäßig — manchmal täglich. Das Gespräch wird tiefer, persönlicher. Es entsteht so etwas wie eine Verbindung. Und ein Treffen passiert nie. Es wird immer wieder verschoben. Auf später. Auf einen besseren Zeitpunkt. Auf wenn die Situation sich ändert.
Das ist die andere Art von Zeitdieben. Nicht bösartig. Nicht respektlos. Aber trotzdem ein Muster das ich benennen muss — ehrlich, wie es meiner Art entspricht.
für das, was sie sich eigentlich wünschen.“
Wer diese Frauen sind —
und was sie wirklich wollen
Ich sage das ohne Urteil: Die meisten Frauen die monatelang schreiben ohne zu buchen, tun es nicht aus Böswilligkeit. Sie wissen oft selbst nicht genau warum sie es tun. Aber wenn ich ehrlich bin — und das bin ich — erkenne ich bestimmte Typen. Bestimmte Muster. Bestimmte Hintergründe.
Was das psychologisch
bedeutet
Das ist keine Spekulation. Die Verhaltenspsychologie kennt dieses Muster unter dem Begriff Approach-Avoidance-Konflikt — dem gleichzeitigen Anziehungs- und Vermeidungsverhalten gegenüber einem Ziel das sowohl begehrt als auch beängstigend ist.
Je näher man dem gewünschten Ziel kommt, desto stärker wird die Vermeidungsreaktion. Das führt zu einem stabilen Gleichgewicht — weit genug entfernt um nicht handeln zu müssen, nah genug um das Bedürfnis teilweise zu befriedigen. Das Schreiben mit mir ist dieses Gleichgewicht.
Hinzu kommt: Kommunikation aktiviert ähnliche Belohnungsschaltkreise wie reale Begegnung. Oxytocin — das Bindungshormon — wird bereits durch positiven sozialen Austausch ausgeschüttet, auch wenn dieser nur digital stattfindet. Das Gehirn erlebt Verbundenheit, auch ohne physisches Treffen. Es ist ein echter Effekt — der aber das eigentliche Bedürfnis nicht löst, sondern nur dämpft.
Der Approach-Avoidance-Konflikt beschreibt eine Situation in der ein Ziel gleichzeitig anziehend und abstoßend wirkt. Miller (1959) beschrieb dieses Muster als stabiles psychologisches Gleichgewicht: Je näher man dem Ziel kommt, desto stärker wird die Vermeidungsreaktion — bis ein Punkt gefunden wird, an dem Annäherungs- und Vermeidungstendenz sich die Waage halten. Dieser Punkt kann stabil sein — monatelang. Jahre. Ohne Bewegung in irgendeine Richtung.
Ergänzend: Oxytocin — das Bindungshormon — wird bereits durch positiven sozialen Austausch aktiviert. Auch rein textbasierte, warmherzige Kommunikation führt zu messbaren Oxytocinreaktionen. Das erklärt, warum das Schreiben sich gut anfühlt — und warum der Anreiz zum tatsächlichen Treffen dadurch sinkt: Das Gehirn ist bereits teilweise befriedigt.
Was das für mich bedeutet —
und warum ich es trotzdem sage
Ich sage das nicht um zu bestrafen. Ich sage es weil Ehrlichkeit das Einzige ist, das in solchen Situationen wirklich nützlich ist — für mich und für die Person die schreibt.
Jede Nachricht die ich beantworte kostet Zeit. Zeit die ich nicht zweimal habe. Zeit die ich für echte Begegnungen nutze, für Menschen die wissen was sie wollen — und es sich auch nehmen. Das ist nicht kalt. Das ist Realität.
Und noch etwas: Ein Gespräch mit mir über Monate ist kein Ersatz für das was eine echte Begegnung geben kann. Es ist eine gedämpfte Version davon. Wie ein Foto vom Meer: Man weiß wie es ausschaut, aber man spürt das Wasser nicht. Das Bedürfnis das hinter dem langen Schreiben steckt, löst das Schreiben nicht. Es verschiebt es nur.
Wenn du seit Wochen schreibst und noch keinen Termin gemacht hast — dann frag dich nicht „Warum noch nicht?“ Frag dich: „Was genau halte ich mich davon ab?“ Die Antwort darauf ist ehrlicher als jede weitere Nachricht an mich.
Was ich mir wünsche —
von beiden Seiten
Ich habe nichts gegen Fragen. Ich habe nichts gegen ein ausführliches Gespräch bevor eine Buchung stattfindet. Das gehört dazu. Das ist sinnvoll. Ich bin froh wenn jemand weiß mit wem sie es zu tun hat, bevor sie einen Abend mit mir verbringt.
Was ich mir wünsche — und was ich hier offen schreibe — ist Bewusstsein. Die Bereitschaft, sich ehrlich zu fragen: Suche ich gerade ein Gespräch, oder suche ich einen Ausweg aus der Entscheidung? Schreibe ich weil ich etwas herausfinden möchte — oder weil ich etwas vermeiden möchte?
Beide Antworten sind gültig. Aber sie verdienen Ehrlichkeit. Gegenüber mir. Und vor allem gegenüber dir selbst.
Und für meinen Teil werde ich das, was ich immer getan habe: irgendwann das Gespräch beenden, wenn ich merke dass es in keine Richtung geht. Nicht kalt. Nicht verletzend. Aber klar. Weil meine Zeit endlich ist — und ich sie für echte Dinge verwende.
Wenn du das hier liest und denkst „Das bin ich“ — dann ist das keine Anklage. Es ist eine Einladung.
Das Bedürfnis das dich antreibt, mir zu schreiben, ist real. Die Frage ob du bereit bist, dieses Bedürfnis wirklich zu erfüllen — die musst du selbst beantworten. Ich kann dir dabei nicht helfen, solange wir nur schreiben.
Was ich dir anbieten kann: Eine echte Begegnung. Keine monatelange Nachrichtenrunde. Kein Ersatz. Das Original.
Du weißt wo du mich findest. Und du weißt, dass du willkommen bist — wenn du bereit bist.
Kein Ersatz.
Das Original.
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