Jordanien.
Wadi Rum. Petra.
Und was dazwischen lag.
Vom Roten Meer bis Petra. Vom Wadi Rum bis Amman. Callboy Alex — zweimal in Jordanien. Ein Shooting, zwei Werbevideos, eine jordanische Kundin und alles dazwischen.
Die Videos —
Wadi Rum & Petra
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Es gibt Reisen die man macht um zu drehen. Und es gibt Reisen die einen drehen — die einen verändern, langsam und unaufhaltsam, so wie die Wüste alles verändert was lange genug in ihr bleibt. Jordanien gehört zur zweiten Kategorie. Ich war zweimal dort. Zwei Jahre in Folge. Jedes Mal mit einem anderen Ziel — und jedes Mal mit demselben Ergebnis: Ich bin gegangen und nicht mehr derselbe zurückgekommen.
Das erste Mal war es ein Werbevideo. Eine Idee, ein Fotograf, eine Wüste, eine Frau in Rot und ich. Das zweite Mal war es komplexer — ein weiteres Video, ein weiteres Shooting, Petra, Amman, und eine Jordanierin die an einem Abend wollte was sie ihr ganzes Leben noch nie so direkt für sich gebucht hatte: eine Nacht mit jemandem der vollständig da ist. Ohne Erwartung außer der seiner Präsenz. Ohne Kompromiss außer dem ihrem Genuss.
Dieser Beitrag ist beides — Reisebericht und ehrliche Reflexion. Über Jordanien als Land. Über das Shooting. Über den Fotografen und wie ich ihn gefunden habe. Über die jordanische Kundin und über das was es bedeutet einen Callboy in einem Land zu buchen in dem das Leben anders organisiert ist als in Deutschland. Und darüber, warum ich das tue — warum ich reise, drehe, zeige, und mich so zeige wie ich bin.
„Jordanien hat mir etwas gezeigt das ich in der Wüste nicht erwartet hatte: Stille die laut ist. Sand der flüstert. Und einen Sonnenuntergang über dem Wadi Rum der einen Satz unmöglich macht — weil es keinen gibt der passt."
Callboy Alex · Wadi Rum · JordanienWarum Jordanien —
und warum zweimal
Jordanien ist kein Zufallsziel. Kein Land das man besucht weil es gerade günstig ist oder weil ein Reiseblog es empfohlen hat. Jordanien ist ein Land das man wählt — bewusst, mit Absicht, mit dem Wissen dass es etwas von einem verlangt das andere Reiseziele nicht verlangen: die Bereitschaft sich klein zu fühlen.
Die Landschaft macht das mit jedem. Die Wüste von Wadi Rum ist nicht schön im üblichen Sinne — sie ist überwältigend. Die roten Sandsteinformationen die wie Alien-Landschaften aus dem Boden wachsen, das Licht das dort in Winkeln fällt die man nirgendwo sonst sieht, die Stille die so vollständig ist dass man die eigene Atmung hört. Das ist nicht Urlaubsstimmung. Das ist Konfrontation — mit der Natur, mit der Zeit, mit sich selbst.
Petra ist anders — aber nicht weniger überwältigend. Eine nabatäische Stadt die 2.000 Jahre alt ist und die das Unmögliche getan hat: sie ist in Fels gehauen. In pink-orangen Sandstein. Mit Säulen, Friesen, Kapitellen — von Menschen ohne Maschinen, in einer Wüste, vor zweitausend Jahren. Wenn man das erste Mal aus dem Siq — dem schmalen Felsengang — auf die Khazneh, den Schatzhaus-Tempel, blickt, stoppt man unwillkürlich. Weil Staunen keine Beine kennt.
Ich wollte genau das in meinen Werbevideos. Nicht Strandstimmung. Nicht Hotelpool. Sondern Kulissen die zeigen was ich als Callboy bin: jemand der in ungewöhnlichen Welten zu Hause ist. Jemand der reist — nicht als Tourist, sondern als Mensch der Erfahrungen sucht die sich tief einschreiben. Jordanien war die perfekte Bühne dafür. Zweimal.
Wie ich den Fotografen
in Jordanien gefunden habe
Ich werde oft gefragt wie ich das mache — wie ich Fotografen in Ländern finde die ich vorher nicht kannte. Die Antwort ist einfacher und aufwändiger als man denkt.
Ich recherchiere. Gründlich. Online. Nicht mit einer schnellen Google-Suche — sondern mit der Art von Aufmerksamkeit die ich auch in meinen Buchungen gebe. Ich schaue mir die Homepage eines Fotografen an. Sein Portfolio. Seine Social-Media-Präsenz. Ich lese wie er über seine Arbeit schreibt — welche Energie hinter den Texten steckt, welche Bilder er wählt wenn er sich selbst zeigt.
Ein guter Fotograf zeigt das auf seiner Homepage. Die besten Fotos sind meist nicht die technisch perfektesten — sondern jene bei denen man spürt dass jemand mit echtem Blick hinter dem Objektiv stand. Das ist was ich suche. Einen Menschen der sieht. Nicht nur einer der fotografiert.
In Jordanien fand ich meinen Fotografen über Instagram und seine Website. Ich schaute mir sein Portfolio an — Wüstenaufnahmen, Portraits, Paare in der Landschaft. Ich sah dass er versteht wie Licht in der Wüste funktioniert. Wie man eine Person in einer gigantischen Landschaft so platziert dass sie nicht verschwindet — sondern dass die Landschaft ihr dient. Das ist handwerkliches Können und künstlerischer Blick zugleich.
Ich kontaktierte ihn. Schrieb was ich vorhabe. Schickte Referenzen. Beschrieb die Energie die ich suche. Drei Tage später war alles gebucht. Location scouting, Shooting-Tage, Teamgröße, Modell-Koordination. So arbeite ich. Transparent, klar, professionell — auch dann wenn es um meine eigene Werbung geht.
Ich mache meine Werbung selbst. Nicht weil ich kein Budget hätte — sondern weil niemand sonst weiß was meine Arbeit ist, was sie bedeutet, und wie sie sich anfühlt. Werbung die ich nicht selbst verantworte ist keine Werbung — sie ist Fassade. Und Fassade ist das Einzige das ich in meiner Arbeit ausschließe.
Wenn ich in Jordanien einen Fotografen buche, ein Modell dabei ist, ein Werbevideo entsteht — dann ist das mein Versuch zu zeigen was ich bin. Nicht als Phantasie. Sondern als Realität. Die Wüste ist real. Das Shooting ist real. Die Energie zwischen zwei Menschen in einer Extremlandschaft ist real.
Und genau diese Realität ist es, die meine Kundinnen und Kunden anzieht. Kein Hochglanz. Keine Fassade. Nur ich — in Jordanien, in einer Wüste, mit dem Licht das dort anders fällt als überall sonst.
Amman —
die Stadt die dich überrascht
Amman ist keine Stadt die man erwartet. Nicht wenn man zum ersten Mal dorthin kommt, mit dem Bild im Kopf das der Westen vom Nahen Osten hat. Amman ist modern. Urban. Lebhaft. Eine Stadt die auf sieben Hügeln gebaut ist — genau wie Rom, wie Lissabon — und die sich über diese Hügel ausgedehnt hat mit einer Energie die nicht aufhört.
Die Innenstadt — besonders das Stadtviertel Rainbow Street und die umliegenden Gassen — ist bunt, jung, voller Cafés, Galerien, Restaurants die jordanische und internationale Küche mischen. Das ist nicht das Amman das die Nachrichten zeigen. Das ist das Amman das lebt.
Unsere Dreh-Szene in Amman war in einem dieser Cafés — blaue Holzstühle, marokkanische Bodenfliesen, das Licht das durch die großen Glasscheiben fiel. Interviews, Gesprächsszenen, B-Roll. Die Kamera auf einem Crane-Gimbal, ruhige Bewegungen, keine Hektik. Das hinter-den-Kulissen Arbeiten das niemand sieht wenn das fertige Video läuft.
Was mich an Amman überrascht hat: die Offenheit. Die Menschen — besonders die jüngere Generation — sind neugierig, weltoffen, direkt in ihrer Freundlichkeit. Es gibt keine Distanz wie man sie vielleicht erwarten würde. Man wird angesprochen, eingeladen, gefragt wo man herkommt und was man macht. Das ist echt. Das ist nicht touristisch aufgeführt — das ist Kultur.
Wadi Rum —
der Ort der alles verkleinert
Das Wadi Rum ist eines der außergewöhnlichsten Landschaften der Erde. Keine Übertreibung — es ist eine Tatsache die sich sofort beweist wenn man zum ersten Mal dort steht. Der Name bedeutet „Tal des Mondes" — und das ist genau was man fühlt. Eine Landschaft die so fremd ist dass sie extraterrestrisch wirkt. Hollywood hat das verstanden: The Martian, Lawrence of Arabia, Dune — alle gedreht im Wadi Rum, weil kein Studioset das ersetzen kann was die Natur hier geschaffen hat.
Das Wadi Rum Protected Area umfasst 720 Quadratkilometer — seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Rote Sandsteinformationen bis zu 1.754 Meter Höhe. Geologie die 500 Millionen Jahre erzählt. Beduinische Kultur die seit tausend Jahren in dieser Wüste lebt. Und Licht — das goldene, harte, erbarmungslose Licht das dort auf alles fällt und allem eine Schärfe gibt die man in gemäßigten Breiten nicht kennt.
Das erste Gefühl das die Wüste gibt: Demut. Man ist klein. Radikal klein. Nicht auf eine beängstigende Art — auf eine befreiende. In einer Welt in der wir ständig im Zentrum unseres eigenen kleinen Universums stehen, gibt die Wüste das zurück was fehlt: Perspektive.
Für das Shooting war Wadi Rum eine bewusste Wahl. Ich wollte Kulissen die nicht manipuliert werden müssen. Keine Filter, keine Requisiten die die Leere füllen sollen. Die Leere selbst als Aussage. Ein Mann in der Wüste. Das Licht. Ein Bild.
Die Hejaz-Bahn —
T.E. Lawrence und die osmanische Legende
Auf dem Weg ins Wadi Rum — auf der kleinen Zufahrtstraße die durch die Wüste führt — liegt ein Bahnhof. Ein verlassener, staubiger, historisch bedeutsamer Bahnhof: die Wadi-Rum-Station der Hejaz-Eisenbahn.
Die Hejaz-Eisenbahn war eines der ambitioniertesten Projekte des Osmanischen Reiches. Begonnen 1900 auf Befehl von Sultan Abdülhamid II. mit dem Ziel eine Bahnlinie von Damaskus bis Mekka zu bauen — 1.464 Kilometer durch die arabische Halbinsel. Pilgern sollte die Hadsch erleichtert werden. Die Reise von Damaskus nach Medina verkürzte sich von 40 Tagen Kamelritt auf wenige Tage Zugfahrt. Finanziert nicht durch den Staatshaushalt — sondern durch Spenden aus der muslimischen Welt. Eine Art Crowdfunding avant la lettre, ein Jahrhundert bevor das Wort existierte.
1916 wurde die Bahn zum Schlachtfeld. T.E. Lawrence — Lawrence of Arabia — führte arabische Guerilla-Kämpfer in einer Kampagne die gezielt Züge der Osmanen zerstörte. Im Wadi Rum lehrte er Beduinen wie man Schienen sprengt. Die Bahn die als Symbol islamischer Einheit gebaut wurde, wurde zur Frontlinie des Ersten Weltkriegs im Nahen Osten. 1918 lief der letzte reguläre Zug. Seitdem rosten die Schienen in der Wüste.
Dieser Zug ist das perfekte Symbol für etwas das ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Dinge die grandios beginnen, eine Zeit lang laufen und dann stillegelegt werden — nicht weil die Idee schlecht war, sondern weil die Umstände sich verändern. Beziehungen. Lebensabschnitte. Träume. Manchmal steht man dann irgendwo in einer Wüste und schaut auf das was bleibt. Und das was bleibt ist oft schöner als das was war.
Zwei Werbevideos —
zwei Jahre, eine Vision
Das erste Video entstand in Wadi Rum. Das Konzept war klar: ein Mann und eine Frau in einer Wüste. Kein Dialog, keine Erklärung. Nur Bilder. Stimmung. Die Energie zwischen zwei Menschen die sich in einer Landschaft befinden die größer ist als sie beide.
Die Frau im roten Kleid war ein Modell — professionell, erfahren mit Wüstenaufnahmen, von unserem jordanischen Fotografen koordiniert. Sie und ich hatten vor dem Dreh kein Gespräch über Intimität — das war nicht die Idee. Die Idee war die Spannung zwischen zwei Menschen die einander gerade erst kennenlernen. Diese Spannung ist real. Sie muss nicht gespielt werden. Sie entsteht wenn man zwei Menschen in eine Wüste stellt und ihnen sagt: macht das.
Das zweite Video — ein Jahr später — war anders. Ruhiger. Introspektiver. Mehr Einzelbilder, mehr Stille, mehr Fokus auf den Menschen statt auf die Inszenierung. Weil ich in diesem Jahr anders war als im Jahr davor. Das macht gute Werbung: sie ist nicht konstant — sie entwickelt sich mit demjenigen der sie macht.
Yin und Yang in der Wüste —
und eine Nacht unter Sternen
Das Yin-Yang-Bild war eine bewusste Entscheidung. Nicht weil Spiritualität in meiner Arbeit eine Rolle spielt — sondern weil das Symbol etwas ausdrückt das ich immer versuche zu kommunizieren: Komplexität ohne Widerspruch. Das Männliche und das Weibliche. Stärke und Sensibilität. Erotik und Empathie. Diese Gegensätze schließen sich nicht aus — sie bedingen einander.
Ein Callboy der nur Stärke zeigt ist eindimensional. Einer der nur Empathie zeigt ist harmlos. Was Frauen und Paare wirklich wollen ist beides — gleichzeitig, in einem Menschen der weiß was er tut.
Das Glamping-Camp im Wadi Rum ist eine Erfahrung die ich jedem empfehle der ein Reiseziel sucht das transformiert. Man schläft in einem transparenten Kuppelzelt direkt auf dem Wüstenboden. Rundum: die roten Sandsteinberge. Über einem: der Sternenhimmel. Wadi Rum hat eine der dunkelsten Nächte weltweit — keine Lichtverschmutzung, keine Stadt in der Nähe. Die Milchstraße ist mit bloßem Auge zu sehen. Tausende Sterne die man sonst nie sieht.
In dieser Nacht liegt man auf dem Bett des Kuppelzelts, schaut nach oben und denkt: Das ist das was Reisen bedeutet. Nicht ein Hotel in einer anonymen Stadt. Sondern das. Genau das.
Der King's Highway —
Jordaniens schönste Straße
Zwischen Amman und Petra liegt eine der dramatischsten Straßen des Nahen Ostens: der King's Highway. Eine Straße die durch die Geschichte fährt — vorbei an Crusader-Burgen, Wadi-Schluchten, Bergdörfern die seit der Antike bestehen. Die Landschaft wechselt ständig: fruchtbare Hochebenen, tiefe Schluchten, dann wieder Wüste.
Dieser Sonnenuntergang — aufgenommen durch das Autofenster — ist eines meiner liebsten Fotos aus Jordanien. Nicht weil es technisch perfekt ist. Sondern weil es echt ist. Ein Zufallsmoment. Das Licht das so war. Der Himmel der brannte. Keine Location, kein Shooting, kein Team. Nur der Moment.
Petra —
wo Geschichte aus dem Fels gemeißelt ist
Es gibt Orte die man kennt bevor man sie sieht. Petra ist einer davon. Man hat Fotos gesehen, Dokumentationen, Spielfilme. Man kennt den Anblick des Al-Khazneh — des Schatzhauses — aus tausend Quellen. Und trotzdem: wenn man das erste Mal aus dem Siq heraustritt und es sieht, ist es als hätte man es nie gesehen. Weil kein Foto die Realität einfängt.
Der Siq ist der 1,2 Kilometer lange Felsschlitz der als Haupteingang zu Petra dient. Wände aus ros-orangenem Sandstein, teils 180 Meter hoch, die sich über einem schließen bis der Himmel nur noch ein schmaler blauer Streifen ist. Man geht durch diese Schlucht und begreift mit jedem Schritt mehr: das hier ist außergewöhnlich.
Das Shooting in Petra war eine andere Energie als in Wadi Rum. In der Wüste war es Weite — hier war es Enge. Gewollte Enge. Der Siq zwängt einen zusammen, bringt einem nah, verändert die Komposition automatisch. Man kann in Petra nicht Weitwinkel-Grandios schießen — man muss nah sein, intim sein, die Person in den Vordergrund stellen.
Die Jordanierin —
keine Erwartungen außer ihrer
Ich hatte in diesen Reisen nach Jordanien eine Kundin — eine jordanische Frau. Ich werde ihren Namen nicht nennen. Das versteht sich von selbst. Aber ich werde über die Begegnung schreiben — weil sie eine der ehrlichsten war die ich in meiner Arbeit gemacht habe.
Sie kontaktierte mich über meine Website. Auf Englisch, klar, direkt. Keine langen Einleitungen. Sie wollte eine Nacht. Eine gute Nacht. Mit jemandem der da ist — vollständig, ohne Urteil, ohne Verpflichtung danach. Das war ihr Wunsch. Nicht mehr, nicht weniger.
Die Jordanierin hatte keine speziellen Wünsche. Sie wollte eine schöne Nacht haben — und das hat sie in vollen Zügen genossen. Das ist der Satz der bleibt wenn ich an diese Begegnung denke. Nicht was ich getan habe. Sondern wie sie war danach: Vollständig angekommen. In sich. In diesem Moment. In dieser Nacht.
Ich erlebe das öfter als man denkt — dass Frauen die sehr genaue Wünsche haben keine langen Listen mitbringen. Die präziseste Aussage die eine Kundin machen kann ist: ich will eine gute Nacht. Weil dahinter ein Vertrauen steckt. Das Vertrauen dass ich weiß was das bedeutet. Und weil dieses Vertrauen das Schönste ist was mir in diesem Beruf gegeben werden kann.
„Sie sagte: ich will eine schöne Nacht. Und ich dachte: das ist alles was ich brauche um zu wissen was zu tun ist."
Callboy Alex · Jordanien · über eine Kundin die keine Wünsche hatte außer einemJordanische Frauen —
und ihr Recht auf Begehren
Es gibt eine Annahme die ich widerlegen möchte — weil sie falsch ist und weil sie etwas Wichtiges unsichtbar macht: die Annahme dass Frauen aus arabischen oder muslimisch geprägten Ländern keine sexuellen Wünsche haben oder sie nicht ausleben dürfen.
Das ist falsch. Jordanische Frauen — wie alle Frauen überall auf der Welt — haben Verlangen. Sie haben Fantasien, Wünsche, Sehnsüchte. Was anders ist: der gesellschaftliche Rahmen in dem diese Wünsche existieren. Jordanien ist eine konservative Gesellschaft — nicht durchgängig, nicht monolithisch, aber in vielen sozialen Schichten bestimmen Tradition und Familie was sichtbar sein darf und was nicht.
Das bedeutet nicht dass Wünsche nicht existieren. Es bedeutet dass sie anders gelebt werden. Diskreter. Privater. Und manchmal: entschlossener. Frauen die in einer konservativeren Gesellschaft aufgewachsen sind und trotzdem den Weg zu einer solchen Buchung finden, tun das nicht impulsiv. Sie tun es nach Überlegung. Nach Abwägung. Mit Bewusstsein. Das macht sie zu besonders klaren Kundinnen — weil sie genau wissen was sie wollen.
Was ich in Jordanien gelernt habe — und was ich in dieser Begegnung gespürt habe — ist das was ich immer wieder erlebe und nie als selbstverständlich nehme: Das Verlangen nach Nähe, nach Aufmerksamkeit, nach jemandem der vollständig präsent ist, kennt keine Nationalität. Es kennt keine Religion. Es kennt keine Gesellschaftsform.
Es ist menschlich. Universell. Und es verdient Respekt — egal wo auf der Welt es entsteht.
Prostitution in Jordanien —
die Rechtslage ehrlich erklärt
Ich bin Presseautor. Das bedeutet: ich schreibe über Dinge die andere nicht schreiben. Auch über unbequeme Dinge. Auch über Dinge die einen schief anschauen lassen. Deshalb an dieser Stelle ein ehrlicher Abschnitt über die Rechtslage in Jordanien.
📋 Rechtslage: Prostitution in Jordanien
Technisch illegal: Prostitution ist in Jordanien nach dem Strafgesetzbuch illegal und kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden — für Jordanier wie für Ausländer. Ausländerinnen die verurteilt werden, können abgeschoben werden.
De-facto-Tolerierung: In der Praxis drücken die Behörden in größeren Städten — besonders in Amman — häufig die Augen zu. Prostitution findet statt in bestimmten Nachtclubs, Restaurants und Hotels, oft unter dem Deckmantel legaler Unterhaltung.
Temporäre Ehen (Mut'a): In einigen Fällen werden religiös legitimierte vorübergehende Ehen als juristische Grauzone genutzt. Diese Praxis wird von jordanischen Behörden nicht anerkannt und oft als Instrument der Ausbeutung kritisiert.
Menschenhandel: Das 2009er Antischleppereigesetz kriminalisiert alle Formen von Sex- und Arbeitshandel. Viele Frauen aus Syrien, Osteuropa und Südostasien arbeiten unter Zwang in Jordanien — ein ernstes humanitäres Problem.
Was das für meine Arbeit bedeutet: Ich buche Reisen nach Jordanien für kommerzielle Zwecke — Shootings, Videos, eigene Projekte. Was privat zwischen Erwachsenen stattfindet liegt in einer anderen rechtlichen Kategorie. Dennoch: Diskretion ist in Jordanien keine Option, sondern Pflicht.
Ich schreibe das nicht um die Rechtslage kleinzureden — sondern um transparent zu sein. Meine Arbeit als Callboy findet in Deutschland statt, wo Sexarbeit legal, reguliert und steuerlich erfasst ist — unter dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017. Wenn ich international reise, reise ich als Person. Was privat zwischen zwei zustimmenden Erwachsenen passiert, ist immer auch eine Frage des Kontexts, der Diskretion und der gegenseitigen Verantwortung.
Was ich sagen kann: die jordanische Kundin die mich kontaktiert hat, tat das aus freiem Willen, mit klarem Kopf, mit Wissen darüber was sie wollte. Das ist das Einzige was zählt.
Marketing als Haltung —
warum ich so zeige wer ich bin
Ich werde manchmal gefragt warum ich das tue. Warum ich nach Jordanien fliege um Werbevideos zu drehen. Warum ich mir einen Fotografen suche und ein Modell buche und zwei Drehtage in der Wüste verbringe. Warum ich das nicht einfach mit einem iPhone in Nürnberg mache.
Die Antwort ist einfach: weil meine Arbeit außergewöhnlich ist — und weil das was mich bewirbt auch außergewöhnlich sein muss.
Callboy zu sein ist kein gewöhnlicher Beruf. Es ist ein Beruf der auf Vertrauen basiert, auf Authentizität, auf dem Gefühl dass der Mensch der da ist wirklich der ist den man gebucht hat. Werbung die das zeigt kann nicht in einem Studio mit weißem Hintergrund entstehen. Sie muss in einer Welt entstehen die so real ist wie ich bin.
Wadi Rum ist real. Die Hejaz-Bahn ist real. Petra ist real. Das Licht um 16:00 Uhr in einer jordanischen Wüste ist real — und es ist das schönste Licht das ich je in einem Bild gesehen habe. Das ist meine Werbung. Nicht weil ich etwas vorgeben will — sondern weil das wirklich mein Leben ist. Ich reise. Ich erlebe. Ich bring das zurück in die Arbeit die ich für meine Kundinnen und Kunden tue.
zeigt keine Fantasie.
Es zeigt eine Wahrheit
die schöner ist
als jede Fantasie."
Das zweite Jahr — das zweite Video — war die Konsequenz des ersten. Ich hatte gespürt was möglich ist wenn man sich traut eine Wüste zu wählen statt ein Studio. Also wiederholte ich es. Mit anderem Fokus, anderem Fotografen-Ansatz, anderen Bilder-Ideen. Weil Entwicklung bedeutet: nicht wiederholen was gut war, sondern herausfinden was besser sein kann.
Jordanien und ich —
was diese Reisen hinterlassen haben
Zwei Mal Jordanien. Zwei Mal die Wüste. Ein Schatz aus Stein. Eine Eisenbahn aus dem 19. Jahrhundert. Eine Frau die wusste was sie wollte. Zwei Videos die Menschen zeigen was ich bin.
Was bleibt? Mehr als Bilder. Was bleibt ist die Gewissheit dass das Reisen zu meiner Arbeit gehört wie das Gespräch zu einer guten Begegnung. Es ist nicht Luxus. Es ist Notwendigkeit. Ich muss wissen wie die Welt aussieht um zu verstehen was Frauen und Paare die zu mir kommen suchen — wenn sie aus Berlin kommen, aus Wien, aus Zürich, aus Amman.
Die Wüste lehrt Demut. Petra lehrt Geschichte. Die Jordanierin lehrte mich dass das Verlangen nach Nähe keine Landesgrenzen kennt. Und das Werbevideo in Wadi Rum ist die ehrlichste Form von Marketing die ich mir vorstellen kann: ich zeige mich. In einer Welt die echt ist. Mit einem Menschen der echt ist. In einem Licht das nie lügt.
Petra — 2.000 Jahre Geschichte in Stein.
Hejaz-Bahn — Lawrence von Arabien und die osmanische Legende.
Eine Jordanierin — und eine Nacht ohne Agenda außer ihrer.
Zwei Reisen. Zwei Videos. Eine Erkenntnis: Verlangen kennt keine Grenzen.
Was Menschen dazu fragen
Jordanien hat mir gegeben
was ich nicht gesucht habe.
Ich bin nach Jordanien geflogen um Werbung zu machen. Um ein Video zu drehen das zeigt wer Callboy Alex ist. Ich habe das bekommen — zweimal. Zwei Videos die ich mit Stolz zeige. Zwei Shootings die in Landschaften entstanden die keine Studiokulisse ersetzen kann.
Aber Jordanien hat mir mehr gegeben. Eine Dampflokomotive die Geschichte erzählt. Ein Sonnenuntergang auf dem King's Highway der mich stumm gemacht hat. Eine jordanische Frau die wusste was sie wollte und es sich genommen hat. Und die Gewissheit dass das Verlangen nach Nähe, nach Präsenz, nach einem Menschen der wirklich da ist — universell ist. Überall. In jeder Gesellschaft. Unter jedem Himmel.
Ich werde nach Jordanien zurückkehren. Das steht für mich fest. Weil Orte die einen verändern, die man wieder aufsuchen muss — um zu sehen wer man danach ist.
Deine Nacht.
Deine Geschichte.
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