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Freitag, 5. Juni 2026

Demenz & Würde — Was passiert mit Lust, Nähe und Zärtlichkeit? Callboy Alex

Demenz & Würde – Was passiert mit Lust, Nähe und Zärtlichkeit? | Callboy Alex
⏱ 11 Min. Lesezeit 🏷 Psychologie & Gesellschaft 📍 Nürnberg · DACH
Callboy Alex · Persönliche Meinung · Psychologie
🧠 💭  Was niemand ausspricht

Demenz & Würde — Was passiert mit Lust, Nähe und Zärtlichkeit?

Mein Vater hat seit sieben Jahren Demenz. Er war 63, als es begann. Und diese Frage lässt mich nicht los: Was passiert mit den Bedürfnissen dieser Menschen — nach Berührung, nach Wärme, nach dem Gefühl, noch wirklich da zu sein?

01 · Der Anfang

Mein Vater. 63 Jahre alt. Und ein Satz, den er nicht mehr findet.

Es gibt Momente, die man nie vergisst. Einer davon ist der, wenn man merkt, dass der eigene Vater — ein Mann, der immer Antworten hatte — mitten im Gespräch innehält. Nicht weil er nachdenkt. Sondern weil das Wort, das er sucht, einfach weg ist. Einfach weg. Als hätte jemand einen Raum abgeschlossen und den Schlüssel verloren.

Mein Vater hat seit über sieben Jahren Demenz. Er war 63, als es anfing. Das ist kein Alter, in dem man damit rechnet. Das ist das Alter, in dem Männer noch Pläne machen, noch Reisen planen, noch träumen. Und dann fängt etwas an, sich aufzulösen — langsam, still, unaufhaltsam.

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Callboy Alex · Persönliche Erfahrung

„Das Schwerste ist nicht die Krankheit selbst. Das Schwerste ist dieser Moment, wenn du siehst, dass er es weiß. Wenn er noch gerade so spürt, dass ihm etwas fehlt — und dann ist auch dieses Bewusstsein weg. Was bleibt, ist ein Mensch, der fühlt. Auch wenn er es nicht mehr sagen kann."

Was ich in diesen Jahren gelernt habe: Man muss diesen Menschen Zeit lassen. Niemals unterbrechen, niemals den Satz vervollständigen, niemals ungeduldig werden. Wenn mein Vater etwas erzählen will — und er will es oft, das Bedürfnis ist da — dann wartet man. So lange es braucht. Das ist keine Geduld. Das ist Würde.

Aber heute will ich über etwas schreiben, worüber fast niemand spricht. Nicht einmal in Pflegeheimen wird es offen angesprochen. Nicht in Arztpraxen. Nicht in Familien. Es geht um das, was bleibt, wenn das Gedächtnis geht: das Bedürfnis nach Nähe. Nach Berührung. Nach Intimität. Nach dem Gefühl, noch als Mensch wahrgenommen zu werden — auch körperlich.

02 · Zahlen & Realität

1,8 Millionen in Deutschland. Und kaum einer redet darüber.

Demenz ist kein Randphänomen. Es ist eine der größten stilles Epidemien unserer Gesellschaft — und sie wächst.

1,8 Mio. Menschen mit Demenz in Deutschland (2023)
445.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland
57 Mio. Betroffene weltweit — Tendenz stark steigend
~2,8 Mio. Prognose Deutschland bis 2050

Laut Deutsches Ärzteblatt und Robert Koch-Institut zeigen erste westliche Studien sogar sinkende Neuerkrankungsraten — was bedeutet: Lebensstil, Ernährung und Bildung spielen eine echte, messbare Rolle. Die Prävalenz steigt mit dem Alter drastisch: Bei den über 90-Jährigen ist fast jeder dritte Mensch betroffen.

Demenz-Risiko ab 65 Jahren (Deutschland, ca.)~7%
Demenz-Risiko ab 80 Jahren~20%
Demenz-Risiko ab 90 Jahren~33%
Anteil Frauen unter Betroffenen~65%
03 · Kulturvergleich

Thailand, westliche Welt & warum Ernährung alles verändert

Callboy Alex am Strand in Thailand — Reflexion über Nähe und Würde
📍 Thailand · Strand-Pause · Gedanken, die nicht loslassen

Ich war in Thailand. Und ich habe dort über Demenz nachgedacht — was absurd klingt, aber einen konkreten Hintergrund hat. Wenn man beobachtet, wie Menschen dort leben, was sie essen, wie sie sich bewegen, wie eng soziale Bindungen sind — dann fragt man sich unweigerlich: Spielt das eine Rolle?

Die Forschung sagt: Ja, eindeutig. Ein neues Konsortium aus acht südostasiatischen Staaten — SEACURE+ — hat bestätigt, dass Demenz sich in Asien biologisch anders manifestiert als im Westen. Das klassische Alzheimer-Gen APOE-E4 spielt bei asiatischen Patienten nur in rund 20 Prozent der Fälle eine Rolle. Dafür finden Ärzte bei 40 Prozent vaskuläre Faktoren — verengte Blutgefäße im Gehirn. Ernährung, Diabetes-Raten, soziale Strukturen: alles andere.

Was das bedeutet: Es gibt nicht die eine Demenz. Lifestyle, Ernährung, Bewegung, Bildung und soziale Einbindung formen das Risiko entscheidend mit. Die gute Nachricht: Prävention ist möglich. Die schwierige Wahrheit: Wir in Deutschland tun zu wenig dafür.

Faktor Deutschland / Westeuropa Südostasien (Thailand, etc.)
Häufigster Risikotyp Amyloid/Tau (Alzheimer-typisch) Vaskuläre Faktoren, Diabetes
APOE-E4-Gen-Anteil ~40–50% bei Betroffenen ~20% bei Betroffenen
Ernährung Oft stark verarbeitet, wenig Omega-3 Traditionell: Fisch, Gemüse, Gewürze
Soziale Einbindung Zunehmend isolierter (Single-Haushalte) Mehrgenerations-Familienstrukturen
Prognose bis 2050 +55% Betroffene erwartet Starker Anstieg durch Urbanisierung
04 · Das Tabu

Sie haben Bedürfnisse. Auch wenn sie sie nicht mehr benennen können.

Zwei Menschen auf einer Sanddüne — Sehnsucht und Verbindung
Sehnsucht hört nicht auf, weil das Gedächtnis es vergisst.

Jetzt komme ich zu dem Teil, über den wirklich niemand spricht. Nicht in Pflegeheimen. Nicht in Fachzeitschriften. Nicht in Familien. Und schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

Menschen mit Demenz haben sexuelle Bedürfnisse. Das ist keine Spekulation — das ist wissenschaftlich belegt und menschlich offensichtlich, wenn man nur einen Moment darüber nachdenkt. Das Verlangen nach Berührung, nach Wärme, nach Intimität ist eines der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse. Es sitzt tiefer als Sprache. Tiefer als Erinnerung. Tiefer als kognitives Bewusstsein.

„In der Berliner Altersstudie BASE hat man festgestellt, dass die sexuelle Aktivität im Alter zurückgeht — der Wunsch nach Intimität aber durchaus bestehen bleibt. Bei vielen Menschen in Pflegeheimen beschränkt sich der körperliche Kontakt jedoch auf Körperpflege und Essensgabe."

— Pharmazeutische Zeitung, Deutsche Alzheimer Gesellschaft · Zitat zum Welt-Alzheimer-Tag

Das ist ein Satz, der mich trifft. Körperpflege und Essensgabe. Das ist der körperliche Kontakt, den diese Menschen bekommen. Als wären sie Patienten und keine Menschen.

Sexualität ist kein Privileg der Gesunden. Sie ist ein Grundrecht jedes Menschen — auch wenn das Gedächtnis ihn verlässt.

05 · Was die Forschung weiß

Studien, die zeigen: Das Bedürfnis bleibt. Es verändert sich nur.

Eine britische Studie aus London-Pflegeheimen (2017, „Behind Closed Doors with open minds?") untersuchte, wie Pflegekräfte mit sexuellen Bedürfnissen demenzkranker Bewohner umgehen. Das Ergebnis war ernüchternd: Die meisten fühlten sich unwohl und verlegen. Einige sahen Sexualität im Alter als menschliches Grundbedürfnis — andere als Problem, das unterbunden werden muss.

Eine niederländische Studie aus 2019 untersuchte erstmals explizit die Perspektive der Betroffenen selbst — eine methodisch schwierige Aufgabe, wie die Forscher einräumten, da die rechtliche Lage rund um Einwilligungsfähigkeit die Forschung erheblich erschwert.

💬
Bedürfnis nach Zärtlichkeit bleibt

Das primäre Bedürfnis ist nicht zwingend Sex im klassischen Sinne — sondern Berührung, Wärme, das Gefühl von Nähe und Akzeptanz. Diese Bedürfnisse bleiben weit länger erhalten als sprachliche Fähigkeiten.

🧠
Sexuell-auffälliges Verhalten als Signal

Was als "herausforderndes Verhalten" gilt — Entblößen, aufdringliche Gesten, sexuelle Äußerungen — ist oft kein Übergriff, sondern ein Hilferuf. Die Person kann das Bedürfnis nicht kommunizieren, drückt es körperlich aus.

⚖️
Autonomie vs. Schutzpflicht

Die Forschung spricht von einem echten Spannungsfeld: Das Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Intimität steht gegen die Pflicht, Menschen mit eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit zu schützen.

🔕
Das Schweigen als Problem

Laut der WHO ist Sexualität und Intimität ein lebenslanges Menschenrecht. Dennoch existieren in den meisten Pflegeheimen keine klaren Konzepte dafür. Es wird vermieden. Und im Vermeiden entsteht Würdelosigkeit.

06 · Mein Business & die Grauzone

Was passiert, wenn eine Person mit Demenz mich buchen will?

Zwei Menschen nachts im Wasser — Intimität, Nähe, Stille
Nähe braucht keine Worte. Aber sie braucht Klarheit.

Jetzt wird es direkt. Ich bin Callboy. Ich begleite Frauen — emotional, sozial, manchmal körperlich. Und die Frage, die sich mir stellt, ist real: Was mache ich, wenn sich eine Frau bei mir meldet, und es wird im Laufe des Kontakts klar — oder offensichtlich — dass sie an Demenz leidet?

Die ehrliche Antwort: Das ist eine Grauzone. Und ich bin froh, dass ich sie nicht allein entscheide.

01
Kommunikation und Chat-Verlauf als Basis

Jede Buchung bei mir beginnt mit einem Gespräch. Chat-Verläufe zeigen, ob eine Person kohärent kommuniziert, ob Aussagen sich widersprechen, ob sie sich an Verabredungen erinnert. Das ist nicht nur professionelle Praxis — es ist auch eine erste Einschätzung.

02
Zurechnungsfähigkeit ist Voraussetzung

Eine Buchung setzt voraus, dass die Person in der Lage ist, eine bewusste, informierte Entscheidung zu treffen. Das ist bei fortgeschrittener Demenz nicht gegeben. Es ist kein Urteil — es ist rechtliche und ethische Realität.

03
Einbindung von Angehörigen oder Betreuern

In einem Idealkonzept — das ich mir wünsche, auch gesellschaftlich — bräuchte es für Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz die Möglichkeit, intime Begleitung mit Unterstützung von Angehörigen oder rechtlichen Betreuern zu organisieren. Ähnlich wie Sexualassistenz in der Behindertenarbeit existiert.

04
Gesellschaftlicher Diskurs fehlt völlig

Es gibt keinen anerkannten Rahmen. Keine Ausbildung für Pflegende. Keine klaren Gesetze. Kein öffentliches Gespräch darüber. Und das ist das eigentliche Problem — nicht die Bedürfnisse dieser Menschen, sondern unser kollektives Schweigen darüber.

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Callboy Alex · Meine Haltung

„Ich könnte mich wegducken und so tun, als ginge mich das nichts an. Aber mein Vater hat Demenz. Und ich weiß: Er ist noch da. Er fühlt noch. Er braucht noch Nähe. Diese Menschen verdienen eine Gesellschaft, die das erkennt — und nicht wegschaut."

07 · Ein Modell, das hilft

Sexualassistenz: Was es ist und warum wir es brauchen

In der Behindertenarbeit gibt es ein Konzept, das in Deutschland zwar noch wenig verbreitet, aber international etablierter ist: Sexualassistenz. Es beschreibt professionelle Begleitung bei sexuellen Bedürfnissen von Menschen, die aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen keine selbstständige Sexualität leben können.

Was Sexualassistenz IST

Ein professioneller, ganzheitlicher Ansatz — Berührung, Nähe, Zärtlichkeit, manchmal Intimität — in einem klar abgesteckten, freiwilligen und würdevollen Rahmen. Mit geschulten Begleitern. Ohne Ausnutzung.

Was sie bei Demenz braucht

Klare rechtliche Rahmenbedingungen. Dokumentation der Einwilligung in frühen Krankheitsstadien. Einbindung von Angehörigen. Und ausgebildete Begleiter, die Grenzen erkennen und respektieren.

Was die Schweiz schon tut

In einigen Schweizer Pflegeheimen gibt es bereits Konzepte für intime Begleitung älterer und demenzkranker Bewohner. Es ist möglich. Es funktioniert. Es braucht Mut zur Offenheit.

Was Deutschland bremst

Fehlende Ausbildungsstandards, rechtliche Unsicherheit, gesellschaftliche Scham und ein Pflegesystem, das Sexualität als Problem statt als Menschenrecht behandelt.

08 · Philosophie & Tiefgang

Was Viktor Frankl uns über Würde gelehrt hat

Viktor Frankl, der österreichische Psychiater und Holocaust-Überlebende, hat in „...trotzdem Ja zum Leben sagen" beschrieben, was bleibt, wenn alles andere weggenommen wird: die Haltung, die wir gegenüber dem einnehmen, was uns widerfährt. Der letzte Rest menschlicher Freiheit.

Für Menschen mit Demenz gilt etwas Ähnliches. Das Gedächtnis geht. Die Sprache geht. Die Orientierung geht. Aber das Gefühl bleibt. Das emotionale Gedächtnis — die Fähigkeit, Wärme zu spüren, Zuneigung zu erkennen, Geborgenheit zu fühlen — ist oft eines der letzten Dinge, die erhalten bleiben.

„Wir können nicht mehr ändern, was geschehen ist, aber wir können bestimmen, wie wir damit umgehen."

— Viktor Frankl, Logotherapie

Seneca schrieb: „Dum differtur vita transcurrit" — Während wir zögern, vergeht das Leben. Wir zögern. Wir zögern, über Sexualität und Würde bei Demenz zu sprechen. Und während wir zögern, sitzen Millionen Menschen in Pflegeheimen — mit Bedürfnissen, die niemand benennt.

Das Argument, das ich manchmal höre: „Die wissen das doch gar nicht mehr." Das ist falsch. Emotionen sind kein kognitiver Akt. Ein Mensch mit schwerer Demenz kann nicht mehr sagen, was er fühlt — aber er fühlt. Angst, Trauer, Freude, Wärme, Ablehnung. All das ist messbar. All das beeinflusst sein Wohlbefinden.

13 · Neurologie & Gefühl

Das emotionale Gedächtnis — was bleibt, wenn alles andere geht

Es gibt einen Satz, der in der Demenzforschung immer wieder auftaucht und der mich jedes Mal trifft: Das deklarative Gedächtnis geht zuerst. Das emotionale Gedächtnis geht zuletzt. Was das bedeutet: Ein Mensch mit schwerer Demenz kann sich nicht mehr an deinen Namen erinnern. Nicht an das Gespräch von gestern. Nicht an das, was er gegessen hat. Aber er erinnert sich an das Gefühl, das du in ihm ausgelöst hast. Ob du ihn beruhigt oder ängstlich gemacht hast. Ob er sich sicher oder unwohl gefühlt hat. Ob deine Berührung gut war oder nicht.

Die Neurowissenschaftlerin Mary Mittelman hat das in jahrelanger Forschung beschrieben: Menschen mit Demenz sind emotional hochsensibel — oft sensitiver als zuvor. Die kognitive Kontrolle, die normalerweise Emotionen filtert und reguliert, nimmt ab. Was übrig bleibt, ist ein Mensch, der fühlt — roh, direkt, ungefiltert. Manchmal intensiv. Manchmal überwältigend.

Antonio Damasio, der portugiesisch-amerikanische Neurowissenschaftler, hat in seinem Werk über die somatischen Marker beschrieben, wie eng Körper und Gefühl verbunden sind. Emotion ist kein rein mentaler Vorgang — sie ist körperlich. Sie sitzt in der Haut, in der Herzrate, in der Atmung. Und genau deshalb ist körperliche Nähe bei Demenz keine Nebensache. Sie ist eine Sprache. Die einzige, die manchmal noch funktioniert.

„Wir sind keine denkenden Maschinen, die fühlen. Wir sind fühlende Maschinen, die denken."

— Antonio Damasio, Neurowissenschaftler

Was das für die Praxis bedeutet, ist eigentlich simpel — und wird trotzdem systematisch ignoriert: Wenn du einen Menschen mit Demenz besuchst und er dich nicht mehr erkennt, macht dein Besuch trotzdem einen Unterschied. Der Unterschied heißt: Wie fühlt er sich, nachdem du gegangen bist? Ruhiger oder unruhiger? Wärmer oder kälter? Das ist messbar. Das ist real. Und das sollte die Art verändern, wie wir Pflege verstehen.

Ich denke oft daran, wenn ich meinen Vater besuche. Er erkennt mich manchmal nicht. Er weiß nicht immer, wie ich heiße. Aber er lacht, wenn ich da bin. Er entspannt sich. Irgendetwas in ihm weiß: Das hier ist sicher. Das hier ist vertraut. Das hier ist gut. Und das — das reicht. Das muss reichen.

14 · Scham & System

Warum wir über Sexualität im Alter nicht reden — und was das kostet

Wir leben in einer Gesellschaft, die Sexualität feiert — solange sie jung, gesund und normativ ist. Kaum tritt Alter, Krankheit oder Behinderung ins Bild, wird es still. Plötzlich ist Sexualität kein Grundbedürfnis mehr, sondern ein Problem. Eine Peinlichkeit. Etwas, über das man nicht spricht.

Das hat konkrete Konsequenzen. In einer Befragung von Pflegepersonal in deutschen Einrichtungen gaben über 60 Prozent an, keine oder kaum Ausbildung zum Thema Sexualität im Alter erhalten zu haben. Gleichzeitig berichten fast alle, dass sie regelmäßig damit konfrontiert werden — durch sexuell auffälliges Verhalten, durch Zärtlichkeitsbekundungen, durch Bewohner, die Nähe suchen. Das Delta zwischen Realität und Vorbereitung ist enorm.

Was Scham kostet

Wenn Pflegende das Thema meiden, bleibt das Bedürfnis unbeantwortet. Das Ergebnis: Unruhe, Agitation, manchmal Aggression. Nicht weil die Person schwierig ist — sondern weil niemand zugehört hat.

Was Offenheit ermöglicht

Einrichtungen, die offen mit dem Thema umgehen, berichten von ruhigeren Bewohnern, weniger Konflikten und einem besseren Arbeitsklima für Pflegende. Offenheit schützt alle Beteiligten.

Was Familien brauchen

Klare Gespräche darüber, was der erkrankte Mensch sich wünscht — solange er es noch ausdrücken kann. Und die Erlaubnis, dieses Thema anzusprechen, ohne beschämt zu werden.

Was das System ändern muss

Pflichtschulungen für Pflegendes Personal. Klare rechtliche Konzepte für intime Begleitung. Und eine gesellschaftliche Debatte, die Würde im Alter nicht bei der Körperpflege enden lässt.

Ich bin kein Politiker. Ich bin kein Wissenschaftler. Ich bin ein Mensch, dessen Vater seit sieben Jahren Demenz hat — und der einen Beruf ausübt, der täglich zeigt, wie groß der Hunger nach echter Nähe ist. Dieser Hunger ist alterslos. Er ist statuslos. Er ist diagnoselos. Er ist menschlich.

Marcus Aurelius schrieb in seinen Selbstbetrachtungen: „Was du nicht selbst erfahren hast, kannst du nicht wirklich verstehen." Ich sage nicht, dass nur Betroffene das Recht haben, darüber zu sprechen. Aber ich sage: Wer es nicht selbst erlebt hat — einen Angehörigen zu pflegen, zu beobachten, wie ein Mensch sich auflöst und gleichzeitig immer noch da ist — der sollte zumindest zuhören. Bevor er urteilt. Bevor er wegschaut.

15 · Wunsch & Realität

Was ich mir für diese Menschen wünsche — und was wir alle dazu beitragen können

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der ein Mensch mit Demenz sagen kann — oder durch seine Biografie sagen lassen kann: Ich möchte Nähe. Ich möchte Berührung. Ich möchte, dass jemand da ist, der mich hält. Und dass diese Aussage nicht als Skandal behandelt wird, sondern als das, was sie ist: ein menschliches Grundbedürfnis.

Ich wünsche mir Pflegeeinrichtungen, in denen Sexualassistenz kein Tabuwort ist, sondern ein anerkanntes, professionelles Angebot — mit ausgebildeten Begleitern, klaren ethischen Leitlinien und rechtlicher Absicherung. Wie es in einigen Schweizer und niederländischen Einrichtungen bereits existiert. Wie es in der Behindertenbegleitung langsam wächst. Wie es möglich ist, wenn man den Mut hat, es anzugehen.

Ich wünsche mir Familien, die dieses Gespräch führen. Nicht irgendwann. Jetzt. Solange die Person noch da ist, noch sprechen kann, noch ausdrücken kann, was sie sich wünscht. Eine Patientenverfügung, die nicht nur regelt, wann man die Maschinen abstellt — sondern auch, wer neben einem sitzt. Wer die Hand hält. Wer bleibt.

Und ich wünsche mir — das sage ich bewusst, aus meiner persönlichen und beruflichen Perspektive — mehr Menschen, die verstehen: Nähe ist kein Bonus. Keine Belohnung für die Gesunden und Jungen. Nähe ist ein Menschenrecht. Und wer das im Alter, bei Krankheit, bei Demenz verweigert — nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unbehagen, aus Scham, aus Mangel an Konzepten — der verweigert Würde.

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Callboy Alex · Abschluss

"Mein Vater hat mich gelehrt, was Würde wirklich bedeutet. Nicht in dem, was er gesagt hat — sondern in dem, was geblieben ist, als die Worte gegangen sind. Das Lächeln. Die Wärme. Das Erkennen ohne Namen. Das ist genug. Das ist alles."

Viktor Frankl hat geschrieben, dass der Mensch allem beraubt werden kann — außer der Freiheit, seine Haltung zu wählen. Ich glaube, das gilt auch hier. Wir können nicht verhindern, dass Menschen erkranken. Wir können nicht den Verlauf aufhalten. Aber wir können wählen, wie wir mit ihnen umgehen. Ob wir wegschauen oder hinschauen. Ob wir schweigen oder sprechen. Ob wir ihre Bedürfnisse als Last sehen oder als Einladung — einander wirklich zu begegnen.

Das ist die Wahl, die wir als Gesellschaft treffen. Jeden Tag. In Pflegeheimen, in Familien, in politischen Entscheidungen, in dem, worüber wir reden — und worüber wir schweigen. Ich habe mich entschieden zu reden. Auch wenn es unbequem ist. Gerade weil es unbequem ist.

Der Mensch, der nicht mehr weiß, wie du heißt, spürt noch immer, ob du ihn wirklich siehst. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist alles.

💬 Das fragen Menschen oft
Haben Menschen mit Demenz noch sexuelle Bedürfnisse?

Ja — eindeutig. Studien wie die Berliner Altersstudie BASE zeigen: Die sexuelle Aktivität sinkt, aber der Wunsch nach Intimität, Berührung und Zärtlichkeit bleibt bestehen. Das emotionale Gedächtnis ist oft eines der letzten, die erhalten bleiben. Diese Bedürfnisse sind real und verdienen eine würdevolle Antwort.

Wie viele Menschen leiden in Deutschland an Demenz?

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland aktuell rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Jedes Jahr erkranken rund 445.000 neu. Ohne Präventionsfortschritte könnten es bis 2050 fast drei Millionen sein. Frauen sind mit rund 65 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer.

Was ist Sexualassistenz und gibt es das für Demenzkranke?

Sexualassistenz ist professionelle Begleitung bei intimem Bedürfnis für Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. In einigen Schweizer Pflegeheimen existiert sie bereits für demenzkranke Bewohner. In Deutschland fehlen Konzepte, Ausbildungsstandards und rechtliche Klarheit fast vollständig.

Kann ich als Callboy oder Escort Menschen mit Demenz begleiten?

Das ist eine echte rechtliche und ethische Grauzone. Voraussetzung für jedes Treffen ist die klare, informierte Einwilligung der Person. Bei fortgeschrittener Demenz ist diese nicht vollständig gegeben. Sinnvoll wäre ein gesellschaftlicher Rahmen mit Einbindung von Angehörigen oder rechtlichen Betreuern — ähnlich der Sexualassistenz in der Behindertenarbeit.

09 · Gesellschaft & System

Was sich ändern muss — und warum wir alle dafür verantwortlich sind

Die Frage ist nicht, ob Menschen mit Demenz Bedürfnisse haben. Die haben sie. Die Frage ist, ob unsere Gesellschaft den Mut aufbringt, das anzuerkennen — und Strukturen zu schaffen, die würdevoll damit umgehen.

Das Problem ist nicht die Demenz. Das Problem ist unser kollektives Schweigen. Wer über Sexualität und Würde im Alter spricht, wird schief angeschaut. Wer es fordert, gilt als übergriffig. Und wer — wie ich — es einfach ausspricht, weil er einen Vater mit Demenz hat und einen Job, der genau an diesen Grenzen arbeitet, der stört. Gut so.

Konkret brauchen wir: Schulungen für Pflegepersonal, die Sexualität nicht als Problem, sondern als menschliches Grundbedürfnis behandeln. Rechtliche Rahmenkonzepte für Sexualassistenz in der Altenpflege. Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, die auch Intimität und körperliche Nähe thematisieren. Und offene Gespräche — in Familien, in Pflegeheimen, in der Politik.

Der Sociologist Kenneth Gergen sprach von „relationalem Sein" — der Idee, dass wir uns selbst nur in Beziehung zu anderen erkennen können. Menschen mit Demenz verlieren Teile ihres autobiografischen Selbst. Aber ihre Beziehungsfähigkeit — die Fähigkeit, Wärme zu geben und zu empfangen — bleibt oft erschreckend lange erhalten. Das ist kein Zufall. Das ist, wer wir als Menschen sind.

10 · Familie & Angehörige

Was Demenz mit der Familie macht — und warum alle schweigen

Es gibt eine Sache, über die Angehörige von Demenzkranken fast nie sprechen. Nicht gegenüber Freunden, nicht gegenüber Ärzten, oft nicht mal untereinander. Es ist die Erschöpfung. Nicht die körperliche — die ist offensichtlich. Sondern die emotionale Erschöpfung, die entsteht, wenn man jemanden pflegt, den man liebt, der aber immer weniger der Mensch ist, den man kannte.

Mein Vater ist noch mein Vater. Aber er ist auch nicht mehr der, der er war. Das klingt paradox — und ist es auch. Du traust dich nicht zu trauern, weil die Person noch lebt. Du traust dich nicht, Bedürfnisse zu haben, weil du pflegst. Und du traust dich schon gar nicht, über Intimität und Sexualität zu sprechen — weder deine eigene als Angehöriger, noch die des Erkrankten.

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Callboy Alex · Angehöriger

"Ich kenne das von innen. Du bist gleichzeitig Kind, Pfleger, Zeuge und Trauernder. Und irgendwo dazwischen fragt dich niemand, wie es dir geht. Niemand fragt, ob du noch weißt, wer du bist — außerhalb dieser Rolle."

Was viele Angehörige nicht wissen: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet Beratung, Selbsthilfegruppen und Entlastungsangebote — speziell für pflegende Familienmitglieder. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Klügste, was man tun kann. Denn wer sich selbst aufreibt, kann auf Dauer niemandem helfen.

Aber noch etwas fehlt in dieser Gleichung: ein offenes Gespräch darüber, was der erkrankte Mensch noch braucht — jenseits von Medizin und Körperpflege. Was er noch fühlt. Was ihm Freude macht. Wann er entspannt ist. Wann er unruhig wird — und warum. Oft ist die Antwort: weil ein Bedürfnis nicht gehört wird. Manchmal ist es das Bedürfnis nach Berührung.

„Das Ignorieren sexueller Bedürfnisse kann zu herausforderndem und störendem Verhalten des Demenzpatienten führen."

— Deutsche Alzheimer Gesellschaft · Pharmazeutische Zeitung

Das ist kein Vorwurf an Familien. Es ist ein Aufruf an das System. Pflegende brauchen Werkzeuge, Sprache und Erlaubnis, um über diese Dinge zu sprechen. Solange das Thema tabu ist, bleibt es unsichtbar. Und unsichtbare Bedürfnisse werden nicht erfüllt.

11 · Gute Pflege

Was wirklich gute Begleitung bei Demenz bedeutet — über Medizin hinaus

Gute Pflege bei Demenz ist mehr als Medikamente und Körperpflege. Das weiß inzwischen fast jeder Fachmensch — und trotzdem sieht der Alltag in vielen Einrichtungen anders aus. Warum? Weil Zeit fehlt. Weil Geld fehlt. Weil Konzepte fehlen. Und weil wir als Gesellschaft Pflege immer noch als Dienstleistung verstehen statt als Beziehungsarbeit.

Was wirklich hilft, zeigt die Forschung klar: Musik, die der Person vertraut ist, kann tiefe Reaktionen auslösen — selbst bei schwerer Demenz. Berührung in Form von Handmassagen, Umarmungen oder einfach nur Halten reduziert Angst messbar. Biografiearbeit — das gezielte Erinnern an Lebensgeschichten, Fotos, Gerüche — aktiviert Teile des Gedächtnisses, die scheinbar verschlossen waren. Und soziale Einbindung, das Gefühl dazuzugehören, verlangsamt nachweislich den kognitiven Abbau.

🎵
Musik als Gedächtnisbrücke

Melodien aus der Jugend und dem jungen Erwachsenenalter bleiben oft am längsten erhalten. Selbst Menschen, die kaum noch sprechen, reagieren auf vertraute Lieder — mit Bewegung, mit Mimik, manchmal mit Worten, die sonst nicht kommen.

🤝
Berührung als Sprache

Wenn Worte fehlen, bleibt Berührung. Eine Hand halten, eine Schulter berühren, einfach präsent sein — das sind keine Kleinigkeiten. Das ist Kommunikation auf der tiefsten Ebene. Und sie wirkt: nachweislich auf Stresshormone, auf Herzrate, auf das subjektive Wohlbefinden.

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Biografiearbeit — das Leben erzählen

Wer war diese Person? Was hat sie geliebt? Wo hat sie gelebt? Biografiearbeit gibt Pflegenden Kontext — und dem Erkrankten das Gefühl, gesehen zu werden. Nicht als Patient. Als Mensch mit Geschichte.

🌿
Natur und Bewegung

Spaziergänge, Gärten, Tageslicht — einfache Dinge mit großer Wirkung. Körperliche Bewegung ist einer der wenigen Faktoren, der nachweislich den Verlauf einer Demenz positiv beeinflusst. Und Natur reduziert Agitation, ohne ein einziges Medikament.

Was ich mir für die Zukunft wünsche — als Sohn, als Mensch, der täglich mit menschlicher Nähe arbeitet — ist ein Pflegesystem, das den ganzen Menschen sieht. Nicht nur seinen Körper. Nicht nur seine Diagnose. Sondern auch sein Bedürfnis nach Wärme, nach Verbindung, nach dem Gefühl: Ich bin noch hier. Ich zähle noch. Ich werde noch wahrgenommen.

Pflege, die Würde ernst nimmt, fragt nicht nur: Was braucht dieser Mensch medizinisch? Sie fragt: Was braucht dieser Mensch, um sich noch lebendig zu fühlen? Das ist kein Luxus. Das ist der Kern von allem.

12 · Vorsorge & Handeln

Was wir jetzt tun können — für uns, für andere, für die Gesellschaft

Demenz ist nicht unvermeidlich. Das ist die gute Nachricht, die in all den Statistiken manchmal untergeht. Ja, Alter ist der größte Risikofaktor — und den können wir nicht kontrollieren. Aber Forschung vom Deutschen Ärzteblatt und der WHO zeigt: Bis zu 40 Prozent aller Demenzfälle weltweit könnten durch Lebensstiländerungen verhindert oder zumindest verzögert werden.

40% der Fälle potenziell vermeidbar (WHO)
12 bekannte modifizierbare Risikofaktoren
#1 Risikofaktor: soziale Isolation

Die zwölf modifizierbaren Risikofaktoren, die die Lancet Commission identifiziert hat, lesen sich wie eine Liste guter Lebensentscheidungen: Bildung in der Jugend. Gehörschutz im mittleren Alter. Blutdruckkontrolle. Rauchstopp. Bewegung. Alkoholreduktion. Soziale Kontakte. Kognitive Stimulation. Schlaf. Keine Depression unbehandelt lassen. Und — das überrascht viele — soziale Einbindung steht ganz oben.

Das ist kein Zufall. Einsamkeit ist ein stärkerer Risikofaktor für kognitive Erkrankungen als Bluthochdruck. Menschen, die in engen sozialen Netzen leben, erkranken seltener — und wenn, dann später und milder. Die Fähigkeit, echte Verbindungen zu pflegen, echte Nähe zu erleben, schützt das Gehirn buchstäblich.

Und damit schließt sich für mich ein Kreis. Was ich als Callboy tue — echte Aufmerksamkeit schenken, wirklich zuhören, körperliche und emotionale Nähe anbieten, ohne Druck, ohne Wertung — ist nicht nur ein Service. Es ist eine Antwort auf einen echten gesellschaftlichen Mangel. Einsamkeit. Berührungsarmut. Das Gefühl, unsichtbar zu sein.

Diese Bedürfnisse verschwinden nicht mit dem Alter. Sie verschwinden nicht mit einer Diagnose. Sie sind menschlich. Fundamental. Und sie verdienen eine Gesellschaft, die sie ernst nimmt — statt wegzuschauen.

01
Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht

Halte schriftlich fest, was du dir für dein Leben wünschst — auch in Bezug auf Nähe, Intimität und Begleitung. Im frühen Stadium einer Demenzdiagnose ist das möglich und rechtlich bindend. Sprich darüber, solange es geht.

02
Frühzeitig über das Thema sprechen

In der Familie, mit dem Partner, mit Pflegenden. Nicht warten, bis die Krise da ist. Das Gespräch über Sexualität und Intimität bei Demenz ist unbequem — aber es ist das wichtigste Gespräch, das die meisten nie führen.

03
Pflegeeinrichtungen wählen, die Würde ernst nehmen

Frag konkret: Hat das Pflegeheim Konzepte für Intimität und Sexualität der Bewohner? Gibt es Schulungen für das Personal? Die Antwort sagt mehr über die Qualität einer Einrichtung als jede Broschüre.

04
Prävention jetzt — nicht irgendwann

Bewege dich. Schlaf genug. Pflege echte Beziehungen. Reduziere Stress. Stimuliere deinen Geist. Nicht wegen der Statistik — sondern weil ein gutes Leben das beste Schutzprogramm ist, das wir kennen.

Echte Nähe schützt das Gehirn. Einsamkeit zerstört es. Das ist keine Metapher — das ist Neurologie.

⭐ Bewertungen & echte Stimmen
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„Echte Aufmerksamkeit, kein Druck — ich habe mich zum ersten Mal wirklich gesehen gefühlt."

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„Diskretion, Stil und echte Wärme — genau das, was ich gesucht hatte."

— Kundin · Escort-Plattform · Top bewertet
❓ Häufige Fragen
Haben Menschen mit Demenz noch sexuelle Bedürfnisse? +
Ja. Studien zeigen eindeutig, dass sexuelle Bedürfnisse nicht mit einer Demenzdiagnose verschwinden. Was nachlässt, ist die sexuelle Aktivität — nicht der Wunsch nach Intimität, Zärtlichkeit und Berührung. Die Berliner Altersstudie BASE bestätigte: Der Wunsch nach körperlicher Nähe bleibt bestehen. Das emotionale Gedächtnis ist oft eines der letzten Dinge, die bei Demenzkranken erhalten bleiben.
Wie viele Menschen leiden in Deutschland an Demenz? +
Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland aktuell rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Jedes Jahr kommen rund 445.000 Neuerkrankungen hinzu. Bis 2050 könnten es ohne Präventionsfortschritte über 2,8 Millionen sein. Frauen sind häufiger betroffen als Männer — sie stellen rund 65 Prozent der Betroffenen.
Darf man als Callboy Menschen mit Demenz treffen? +
Das ist eine echte rechtliche Grauzone. Menschen mit fortgeschrittener Demenz können keine vollständig rechtssichere Einwilligung geben. Gleichzeitig haben sie nachweislich emotionale und intime Bedürfnisse. In der Praxis braucht es klare Dokumentation, Angehörige oder Betreuungspersonen und einen offenen gesellschaftlichen Diskurs. Was fehlt, ist ein rechtlicher Rahmen — keine Antwort auf das Bedürfnis selbst.
Was ist Sexualassistenz und ist sie bei Demenz möglich? +
Sexualassistenz ist ein professioneller Ansatz für Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen, der intime Bedürfnisse in würdevollem Rahmen ermöglicht. In einigen Schweizer Pflegeheimen existiert sie bereits. Bei Demenz ist sie möglich, erfordert aber klare ethische Rahmenbedingungen, rechtliche Absicherung und Einbindung von Betreuungspersonen. In Deutschland fehlen entsprechende Strukturen fast vollständig.
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Callboy Alex
Callboy · Lackierermeister · Marke DPMA 2025 · Presseautor

Alex aus Nürnberg — Callboy, Escort-Begleiter und öffentliche Figur (Joyn „Der Heiratsmarkt", Podcast GRENZWERTIG Folge 99). Er schreibt über Psychologie, echte Begegnungen, Gesellschaft und die Dinge, über die andere schweigen. Dieser Blog ist kein Hochglanz. Er ist echt.

Psychologie Gesellschaft Demenz Würde Escort Nürnberg DACH

„Ich liebe meinen Papa. Und die Zeit, die ich noch habe, will ich ihn ganz arg lieben — bis danach hinaus."

Solange man Eltern hat, soll man die Zeit nutzen. Bevor sie vorbei ist. Das ist das Einzige, was wirklich zählt — nicht die Diagnose, nicht das System, nicht die Gesellschaft. Die Zeit. Jetzt. Mit den Menschen, die man liebt.

— Euer Callboy Alex

Das ist immer meine persönliche Meinung. Sie soll nicht aufdringlich sein und nicht gegen Richtlinien verstoßen. Wenn es jemanden verletzt, tut es mir sehr leid — wenn es jemandem gefällt, dann freue ich mich sehr.

Zeit mit Callboy Alex

Echte Aufmerksamkeit, kein Druck. Diskret, persönlich, auf Augenhöhe. Für Frauen und Paare in ganz DACH.

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1 Kommentar:

S. hat gesagt…

Danke für die sehr sensible Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Thema, sehr gut geschrieben!

Dein Körper, dein Haus — wenn zwanzig Jahre Stille lauter werden als jedes Wort Callboy Alex

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